Schulden machen und gleichzeitig Familienleistungen streichen: Sachsen sendet das falsche Signal Verband kinderreicher Familien kritisiert geplante Abschaffung des Landeserziehungsgeldes
PRESSEMITTEILUNG
Schulden machen und gleichzeitig Familienleistungen streichen: Sachsen sendet das falsche Signal -
Verband kinderreicher Familien kritisiert geplante Abschaffung des Landeserziehungsgeldes
Leipzig/Mönchengladbach, den 09.07.2026. Mit großem Unverständnis reagiert der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) auf die Pläne der Sächsischen Staatsregierung, das Landeserziehungsgeld abzuschaffen. Ausgerechnet in einer Zeit, in der der Freistaat zugleich neue Schulden aufnehmen will, sollen Familien eine bewährte Leistung verlieren.
Besonders hart trifft die Abschaffung kinderreiche Familien. Anders als Familien mit ein oder zwei Kindern konnten Familien mit drei oder mehr Kindern das Landeserziehungsgeld bislang unabhängig von ihrem Einkommen erhalten. Gerade sie haben diese Leistung überdurchschnittlich häufig genutzt, um sich in den ersten Lebensjahren ihres Kindes bewusst Zeit für Betreuung und Erziehung zu nehmen. Mit dem Wegfall entfällt damit ausgerechnet für Mehrkindfamilien eine wichtige Anerkennung ihrer besonderen finanziellen und familiären Verantwortung.
„Wer einerseits neue Schulden aufnimmt und andererseits ausgerechnet bei Familien mit kleinen Kindern spart, setzt die falschen Prioritäten“, erklärt der Landesvorsitzende des Verbands kinderreicher Familien in Sachsen, Dr. Stefan Fenchel. „Das Landeserziehungsgeld war weit mehr als eine finanzielle Unterstützung. Es war ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber Eltern, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen möchten.“
Der Verband betont, dass Investitionen in Bildung wichtig und notwendig sind. Gleichzeitig dürfe aber die Bildungs- und Erziehungsleistung der Eltern nicht entwertet werden. Die ersten Lebensjahre eines Kindes seien prägend und Eltern, die sich bewusst für eine häusliche Betreuung entscheiden, leisteten einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft. Mit der Abschaffung des Landeserziehungsgeldes werde die Wahlfreiheit der Familien weiter eingeschränkt. Familien, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen möchten, würden künftig deutlich schlechter gestellt als diejenigen, die früh auf institutionelle Betreuung setzen.
„Ja, das Landeserziehungsgeld ist eine freiwillige Leistung des Freistaates Sachsen. Gerade deshalb wäre sein Erhalt ein starkes Bekenntnis zu Familien gewesen. Die Abschaffung sendet dagegen ein völlig falsches Signal, insbesondere angesichts der anhaltend niedrigen Geburtenzahlen und der politischen Forderung nach mehr Familienfreundlichkeit“, so Dr. Fenchel.